Generationenwechsel vor dem Kutschbock
Nach einem langen Winter hat jetzt endlich wieder die grüne Saison der Viererzugfahrer begonnen. Im tschechischen Kladruby ging es für Ludwig Weinmayr und sein Team, das in dieser Saison von der Sparkasse Miesbach-Tegernsee unterstützt wird, in das WM-Jahr 2010. Gleich mit zwei Frischlingen, Jasper und Piccolino, trat er im international besetzten Starterfeld an. Mit einer 56er Dressur zeigte sich der Leitzachtaler zu Saisonbeginn zufrieden. „Es ist nicht einfach für die jungen Pferde, das erste Mal auf Reisen, das ganze Turniergeschehen und das Dressurviereck mit den weißen Gattern ist auch neu“.
Zuversichtlich und ohne Druck ging es dann am folgenden Tag in den Marathon. Hier musste jedoch bereits nach der Fahrt des vorangehenden Starters Jiri Nesvacil (CZ), der mit seinem Gespann einen Eckpfosten rammte, das Hindernis vom Bautrupp wieder instand gesetzt werden. Die Hindernisrichter versäumten dabei über diese Maßnahme am Start Bescheid zu geben und die Strecke zu sperren. Weinmayr startete somit in den Marathon. Als er im Galopp in das Hindernis einfahren wollte wurde er aufgrund des noch tätigen Bautrupps ausgebremst. Damit wurde die Konzentration unterbrochen und schon geschah ein Fahrfehler. Die folgenden Hindernisse meisterte das neu zusammengestellte Gespann mit Jasper und Ducati als Stangenpferde, sowie Red-Rund und Piccolino als Vorderpferde, souverän. Im letzten Hindernis zeigte der Leitzachtaler seine Stärke im Marathon und fuhr Bestzeit. „Ich bin froh, wieder so gute Stangenpferde für alle Disziplinen zu haben, da unsere eingespielte Mannschaft schön langsam in die Jahre kommt.“ Ganz besonders freute sich das Team Weinmayr über den dritten Platz im Hindernisparcours, der in Kladruby immer sehr anspruchsvoll ist. „Zu Hause hatten wir nicht viel Zeit, um diese Disziplin zu trainieren. Umso mehr freut es uns, dass die Jungspunde alles so konzentriert mitmachen“. In der Gesamtwertung landete Weinmayr auf dem vierten Rang hinter seinen Mannschaftskollegen Rainer Duen – Platz 1, Michael Brauchle – Platz 2 und Petr Vozab (CZ) – Platz 3.
Am darauffolgenden Wochenende ging es für das Team in gleicher Besetzung wieder auf Reise. Dieses mal ins österreichische Viechtwang. „Damit die Jungen im Turniergeschehen etwas Routine bekommen“, so Ludwig Weinmayr. Leider sind hier die Vierspännerprüfungen nicht so stark besetzt, doch nach Viechtwang fahren wir sehr gerne. Die Marathonhindernisse sind hier schwerer ausgeflaggt und enger gebaut als auf manch folgenden Turnieren.“ Bereits bei der Dressur gab es eine Steigerung. Diese beendete der Leitzachtaler mit 51 Strafpunkten. Im Marathon war er dann diesmal nicht zu schlagen. Mit Rund 50 Punkten Vorsprung beendete er seine Paradedisziplin und freute sich zusammen mit seinen Beifahrern Frizzi Hafermann, Regina Bernhard und Reiner Weiss. Auch das am letzten Turniertag angesetzte Hindernisfahren lief wie am Schnürchen. Nur ein Ball viel vom Kegel, der vom Vorderpferd gestriffen wurde. Die erlaubte Zeit konnte Weinmayr um 14 Sekunden unterbieten. Eine insgesamt gelieferte gute Leistung brachte Weinmayr in Viechtwang den Gesamtsieg ein.
Welche Gespannzusammenstellung Weinmayr auf den nächsten Turnieren einsetzt weiß er noch nicht genau. Denn jetzt geht’s ans Eingemachte. Zeiskam (D) und Vecses (HUN) gilt als Sichtung für den großen CHIO in Aachen, Riesenbeck und Lähden zählen zusätzlich als Sichtung für die Weltreiterspiele in Kenntucky USA. „Wir müssen uns erst dafür qualifizieren und gute Ergebnisse bringen. Geschenkt wird uns dabei sicher nichts. Aber wir nehmen es wie es kommt, da einer unserer besten leider noch mit einer Schlagverletzung im Stall steht.“
Beifahrer Dressur und Hindernis: Frizzi Hafermann und Regina Bernhard
Marathon: Frizzi Hafermann und Reiner Weiß
